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Lugio

Crossed Axes Festival 09.01.2010

Ui, haben wir uns gedacht als man uns fragte ob wir auf dem Crossed Axes Festival den Auftakt machen wollen… -jetzt dürfen wir unsere Kacke schon auf Festivals verbreiten? So folgten wir natürlich dankend der Einladung der Kärbhölzer auf ihrem (übrigens mal top organisierten) Festival auftreten zu dürfen und freuten uns somit auf unseren ersten Gig im neuen Jahr. Einige Tage vorher überhäufte sich die allgemeine Feindpresse mit Katastrophenmeldungen zum Winterwetter. Das Tief „Daisy“ (welcher Wissenschaftler hat sein Studium eigentlich dafür missbraucht sich solche Namen ausdenken zu dürfen?) sollte am Wochenende wüten. Springer und Co übertrafen sich mit Meldungen in Sachen Schneestürme, Massenkarambolagen, Stromausfälle, Hamstereinkäufen, Schneelawinen, Blitzeis und lächelnden Eskimos die Eislutschenderweise mit „Wir sind das Volk“ durch die Straßen ziehen. Katastrophenvorsorgende Panikhetze machte sich breit in diesem komischen Land und wir sahen unseren Wochenendfreisuff schon mit einem Alditütenschlitten den Abhang im Derletal runterrutschen. Doch was wäre die Presse ohne unbegründete Panikmache und so wunderten wir uns nicht als der „Schneesturm“ schon am Morgen des Samstags nicht mehr „wütete“ und wir somit schon die Badeschlappen neben die Bierbong legen konnten. Mittags am Proberaum getroffen, Sachen eingepackt, bekifften Sänger mit der allseits beliebten Pimmelfahne abgeholt (übrigens DIE Überraschung des Abends) und schon befand man sich auf den komplett freien Straßen (wir sollten trotzdem bei der Panik bleiben, die Kerzenindustrie braucht Aufschwung) Richtung Ruppichteroth. Zum Zeitpunkt als die Band am Ort des Geschehens angekommen ist, fuhr der Lugiobus prall gefüllten mit asozialen Menschen vom Duisdorfer Bahnhof aus los. Anscheinend hatten die Lugianer im Bus (anscheinend waren auch ein paar Kärbholz-Fans vom Bonner Fanclub dabei; Gruß an der Stelle!) schon vor der Abfahrt ihren Spaß und diesen insbesondere mit dem Busfahrer. Nennen wir ihn doch einfach mal „Hubert, das bunte Eichhörnchen“. Hubert war früher mal eine Frau und verkaufte Maronen auf dem Weihnachtsmarkt bis ES sich auf dem Sektor der Personenbeförderung selbstständig gemacht hat. DAS Highlight der Hinfahrt war nach Angaben der mitfahrenden Lugianer wohl die von Hubert herbeigesehnte Pinkelpause kurz vor Ankunft. Nachdem alle draußen waren, nutzte Hubert wohl die Gunst der Stunde und fuhr mit angezogener Handbremse Richtung Bröltalhalle und beantwortete die zurecht gestellte Frage ob ES eigentlich eine Missgeburt sei mit: "Da ihr im Schnee gewesen seid sind eure Schuhe jetzt Nass und mein Teppisch (ca halben Meter großer Teppich an der Eingangstür) wird dreckisch“… -OK Hubert sorry, das kann man verstehen… -UNSER FEHLER! Trotzdem kamen alle Lugianer sicher und mit Ohrenschützern bewaffnet an der Bröhltalhalle an und wurden singenderweise von einigen Bandmitgliedern schon begrüßt während Michael Jackson Backstage am Fenster sein Baby hochhielt. Zuvor hatte die Band schon beim Soundcheck ihren Spaß als Dom einfach mal vergessen hatte das Kabel irgendwann auch mal ein Ende haben, Herrmann immer noch seine Gitarre am stimmen ist und Schell das Vogellied sang. Klopapier war indes alle, aber Suff war da (von Klopapier kann auch keiner betrunken werden!). Fress mich jeck, wir haben sogar ne Nebelmaschine, naja ohne wären wir auch nicht aufgetreten. Nach dem kurzen aber doch gelungenen Soundcheck befasste man sich mit dem wichtigen Thema „so schnell es geht betrunken werden“. Der Pfefferminzschnaps (der Erfinder dieses Gesöffs sollte sich ernsthafte Gedanken über seine perversen Neigungen machen) und die Palette Genever (pro Frucht eine Flasche, Hauptgewinner ganz klar an diesem Abend: „Die Johannisbeere“… ein Tusch für den Johannisbeerbaum/Strauch/Busch) trugen ihren Beitrag dazu. Lecker Kölsch vom Fass (lecker für den Sänger, unlecker für die vier anderen geschmacklosen Penner) durfte man sich dazu ebenfalls munden lassen wobei man nebenher die Wilden Jungs aus Fulda kennen lernen durfte. Nette Leute, Suff kommt gut und Lugio ist dran. „Wat wir sind dran?“ Achja, wir sind ja die Vorband die niemanden interessiert. Scheiße jetzt sind wir so grad richtig am trichtern und müssen aus dem halbbesoffenen Zustand auch noch das Beste machen. „Torsten ist das eigentlich dein Abschiedskonzert?“ „Ja!“ OK, das kündigt der Schell dann mal lieber nicht an damit du in Bonn noch ein richtiges Abschiedskonzert antischen kannst. Derweil suchte Toto in seinem von Obdachlosen bei der Caritas abgegebenen Korn-Rucksack nicht nach ner Flasche Korn (HA! Zwei Dukaten für dieses Wortspiel!) sondern seinen Sender damit er auf der Bühne so richtig steil abgehen (und einen Apfel essen) kann. Die Band schaut sich an, unsere Fans sind so betrunken das sie nicht wissen wo sie sich befinden, wir haben kein Intro, kündigen uns nicht an, ist eigentlich Bier auf der Bühne? Ach scheiss der Hund was drauf… -lass einfach anfangen und schon ist die Halle unser. Bzw. zumindest die Leute die sich extra aus Bonn auf dem Weg gemacht haben um unseren Bühnendreck zu supporten (jetzt mal im Ernst: WIR LIEBEN EUCH!). Der Rest des Schützenfest beschäftige sich während unseres Auftritts eher damit betrunken zu werden (hätten wir auch lieber gemacht). Ein paar Verspieler weiter hatten wir allerdings spätestens mit dem Durstige Männer Cover noch ein paar Nichtlugiomünder zum lächeln, ein paar Patschehändchen zum klatschen und ein paar nackte Körper zum Tanzen gebracht und konnten letztendlich mit unserem Auftritt doch zufrieden sein. Wieder im Backstagebereich folgte nun der angenehme Teil des Konzertes: Catering wegfressen, Saufen, Groupies wegficken, Saufen, mal ordentlich scheißen gehen (Klopapier war dann wieder da), saufen und dann noch mal bisschen was saufen nachdem man gesoffen hatte um sich zum saufen zu saufen äh treffen. Während wir die Knoblauchbutter vom Catering ausschlürften und man mit den Jungs von Betontod laberte, konnten die Wilden Jungs zeigen was sie drauf hatten was mal nicht schlecht war und auch unseren Fans gefiel. Zum Auftritt von Betontod mischten wir uns dann auch mal unter das gemeine Volk und wartete bis die Hausherren von Kärbholz ihre zahlreichen Fans beglücken konnten. Inzwischen war die Halle gut gefüllt, die Leute abgefüllt und Herrmann schlief den Schlaf der Gerechten mit dem Kopf auf dem Tisch des inzwischen völlig abgesauten Backstagebereich. Dort konnte man noch den abschließenden Klängen von Kärbholz zuhören und Leuten dabei zugucken wie sie sich auf die Fresse legen (indem sie auf einem Gürkchen ausgerutscht sind) und dabei eine gehörige Portion Nudelsalat durch die Luft wirbeln. Immerhin war jetzt endlich wieder neues Bier da, weswegen wir unseren Leuten in der großen Halle leider wieder den Rücken kehren mussten (bei Freibier hört der Spaß auf) und dem Freisuffbackstagebereich durch unser Anwesen bereicherten. Toto und Torsten lernten neue Leute (Klofrau, Busfahrer, Bandgroupies) kennen, Schell war mit Betontod am kiffen, Dom knüpfte Kontakte in der Halle mit einer Skaband aus Ruppichteroth die gar kein Ska spielt und auch nicht aus Ruppichteroth kommt, die Groupies rutschten auf dem Gürkchen aus (und schlugen sich im Mädchenklo um den Toto) und Herrmann war/ist immer noch am pennen. Kärbholz rockte die Halle inzwischen ziemlich gut weg und man merkte das die Jungs ihr Heimspiel gut auskosteten während man die Jungs um die Band Fuck kennen lernte und Herrmann immer noch am pennen war/ist. Als Fuck dann ihren Auftritt hatte, Herrmann so langsam aber sicher die ersten Lebenszeichen von sich gab und ein Lugianer auf einmal auf sein ganz persönliches Gastspiel auf der Bühne gab, war es dann auch schon leider wieder Zeit dem Freisuff in Ruppi unseren Rücken zu kehren, wollten wir doch zumindest noch die Rückfahrt in Huberts Lugiobus mitbekommen. Sachen gepackt (Herrmann brauch nix nehmen, der ist ausgeschlafen), Lugianer von der Bühne geholt (Fuck hat sich gefreut), bei Kärbholz (und natürlich auch bei der Julia/Jennyfoundation für die Kontaktherstellung) noch mal bedankt, und alle Bandmitglieder nacheinander auf der Treppe ausgerutscht. Drei Punkte in der B Note konnte dabei unser Schlagzeuger Torsten verbuchen, der mitsamt seinen Trommelutensilien den Sänger im Fallen gekonnt überholen konnte und sich anschließend mit einem netten, aber völlig ernst gemeinten „Viel Spaß noch“ bei den anwesenden und eher kritisch reinschauenden Leuten verabschiedete. Währenddessen wurde anscheinend an der Garderobe (auch nicht schlecht wenn man erst eine Woche später überhaupt mitbekommt das es auf dem Konzert anscheinend auch eine Garderobe gab) der dritte bis vierte Weltkrieg ausgetragen mit folgenden Teilnehmern: Menschen, Jacken und einem verwirrten Lugianer aus St. Augustin der anschließend ca. 4 Stunden ohne Jacke im tiefsten Winter von Ruppichteroth nach Afterhourstadt gefahren ist wofür er sich beim nächsten Lugiokonzert einen von Siegerurkunde abholen darf. Unser Bus stand immer noch dort als auch der letzte Jackenkämpfer aus der Halle geholt wurde. Hubert konnte durch BeStechung zum bleiben „überzeugt“ werden als er mit dem legendären Satz „Ordnungshüter!!! Ist denn hier kein Ordnungshüter an Bord? …ich will nicht das mein Bus zerstört wird!“ davon zeugte das sein Nervenkostüm in etwa so stark ist wie die Wände vom Kölner Stadtarchiv. Kein Wunder, war der Bus doch aus dem Repertoire der Kölner Stadttouren mal kurz „ausgeliehen“… ohne Klo, Hut ab, das nennen wir Service! Bis zur Ankunft in Bonn vertrieb man sich anschließend Zeit mit Ennes philosophischen Auszügen Impekovener Gedichte die keine sind, einem Gregor der erst eine Jacke um seine nackte Plauze hatte um später oberkörperfrei aus dem Bus zu steigen („Viel Spaß noch“ währe wohl auch hier angebracht gewesen) und der Verteilung der offiziell inoffiziellen Lugiobuttons während die Gitarristen mal wieder nur an der Frauenschaft wie an der Musik interessiert waren. So kam man schon fast wieder nüchtern aber zufrieden um 4 Uhr wieder in good old Duisdorf an um mit einem Teil der Leute wieder im Namenlos an der Theke einzuschlafen um dort das wirkliche Abschiedskonzert für den Torsten klar zu machen. War ein fetter Abend an dem wir sehr viel Spaß hatten und wofür wir uns ganz klar noch mal bei allen Beteiligten (Kärbholz und ihren sehr coolen Orgaleuten für alles, Uschifront Ruppichteroth für den Kontakt, Anna und Kata für die MS-Seite, dem Erfinder des Pfefferminzschnaps für seine schweinischen Gedanken, den coolen Leuten unter den Bands für den guten Suff, unseren Dealern für die Drogen, Gregor für seinen Auftritt im Bus, Hubert dafür das er lebt und natürlich unseren Fans, Freunden und allen Lugianern die mit uns diesen Abend erlebt haben) bedanken möchten. Alle Bandmitglieder hatten einen Filmriss außer eins nicht wegen Speed, gute Ausbeute und gerne wieder in Ruppichteroth. Ordnungshüter… ist denn hier kein Ordnungshüter!?!